In meinen letzten Tagen und Wochen nutzte ich die Zeit noch so gut es geht, um einiges mehr von Südafrika zu sehen.

Zum einen flog ich mit zwei Mitbewohnern von mir nach Lesotho. Lesotho ist das kleine Land, das in Südafrika liegt und von diesem vollkommen umschlossen wird. Wir flogen also nach Durban, mieteten dort ein Auto und starteten von dort aus unseren Trip. Glücklicherweise hatten wir vorher recherchiert und so wussten wir, dass die Straßen in Lesotho nicht gut ausgebaut sind, sodass wir uns dafür entschieden einen 4x4 zu mieten. Rückblickend die beste Entscheidung dieses Trips. Am ersten Tag fuhren wir von Durban aus über Semonkong nach Maseru, der Hauptstadt Lesothos. Der Weg durch das Land war sehr beeindruckend, wie eine Zeitreise in die Vergangenheit: Statt Autos nutzen die meisten Bewohner Pferde und Esel, um von A nach B zu kommen. Da das gesamte Land auf einer Höhe von mehr als 1000 Metern liegt, ist es ebenfalls üblich, mit einer dicken Wolldecke umherzureiten, da es schnell kalt werden kann. In Semonkong wanderten wir zu den berühmten Wasserfällen, die einen spektakulären Ausblick bieten. Generell ist die Aussicht in Lesotho nicht zu beschreiben: Jeder Teil des Landes sieht etwas anders aus, manche Teile sind grüner und bergiger als andere. Anschließend machten wir uns weiter auf den Weg nach Maseru, wo wir die Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag fuhren wir über die Kome Caves weiter Richtung Süden. Die Kome Caves sind kleine Höhlen, in denen Lehmhütten stehen, die man besichtigen kann und in denen tatsächlich Menschen leben. Die Mehrheit der Bewohner in Lesotho ist sehr arm, aber dafür umso gastfreundlicher. Der Rückweg nach Südafrika führte uns über den Sanipass, einen Gebirgspass auf ca. 3000 Meter Höhe. Ohne Allradantrieb ist die Strecke unmöglich zu befahren. Die zweite Nacht verbrachten wir dann in Underberg, von wo aus es am nächsten Tag wieder nach Durban und von dort aus zurück nach Kapstadt ging.

Für meine letzte Woche hatte ich eine Garden Route Safari gebucht. Ich wurde Montagmorgens von einem kleinen Tour Bus abgeholt, in dem bereits zwei Mädchen in meinem Alter saßen. Insgesamt waren wir acht Leute, alle zwischen 16 und 27 Jahre alt, also eine super Truppe! Am ersten Tag ging es von Kapstadt aus über Mossel Bay nach Sedgefield, wo wir ein Backpacker Hostel direkt am Strand hatten. Dort bot uns am Abend der schönste Sonnenuntergang, den ich in meiner Zeit in Südafrika je gesehen habe.

Am nächsten Tag fuhren wir über Knysna und Tsitsikamma nach Jeffrey’s Bay. Der Tsitsikamma National Park ist unglaublich schön und definitiv ein Must-See auf der Strecke! Das Hostel, in dem wir in Jeffrey’s Bay untergebracht waren war total cool und man hat dort Menschen unterschiedlichster Herkunft bei einem Bier kennengelernt.

Für den nächsten Tag war dann der Addo Elephant Park angesagt. Obwohl ich schon im Kruger Park war, war auch dieser Park ein ganz besonderes Erlebnis. Wir konnten die Elefanten noch aus viel kürzerer Entfernung sehen und konnten beobachten, wie sie am Wasserloch spielten. Mein persönliches Highlight war allerdings der Elephant Walk am nächsten Tag, bei dem wir zuerst mit den Elefanten spazieren gehen konnten, um sie anschließend zu füttern und zu streicheln. So nah neben diesen großen, friedlichen Tieren zu stehen war wirklich beeindruckend!

Am Freitag ging es dann wieder nach Kapstadt. Diese Safari war wirklich der Höhepunkt meiner Zeit in Südafrika, ich hatte nicht nur die Gelegenheit wahnsinnig schöne Orte zu sehen, sondern auch neue Menschen kennenzulernen, die in dieser kurzen Zeit zu Freunden geworden sind.

An meinem letzten Tag haben eine Mitbewohnerin und ich uns noch einmal ein Auto gemietet, um über Hermanus bis zum Kap Agulhas zu fahren. Das Kap Agulhas ist der südlichste Punkt Afrikas, der Punkt, an dem der indische und der atlantische Ozean aufeinander treffen. Ein unglaubliches Gefühl dort zu stehen.

“Diesen letzten Blogpost schreibe ich voller Wehmut aus Deutschland. Es ist schön wieder bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein, doch das Fernweh wird von Tag zu Tag größer. Südafrika – see you again soon!”